Archive für April 2011

Die Katastrophe von Tschernobyl - Atomausstieg so schnell wie möglich!

26.April 1986 - Die Katastrophe von Tschernobyl


Bei einer Notfallübung, bei der ein vollständiger Stromausfall simuliert wurde kam es auf Grund schwerwiegender Verstöße gegen die geltenden Sicherheitsvorschriften sowie der bauartbedingten Eigenschaften des mit Graphit moderierten Kernreaktors in Tschernobyl zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg, der zur Explosion des Reaktors führte.

Nach Schätzungen starben zwischen 10 000 und 100 000 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen der Katastrophe. Weltweit sollen ca. 600 Millionen Menschen gesundheitlich durch die Katastrophe von Tschernobyl betroffen sein.
D.h., die Atom-Explosion von Tschernobyl brachte furchtbares Leid über Millionen von Menschen und sie tut es immer noch. Das gesamte Gebiet rund um die “Geisterstadt“ Tschernobyl ist auf Jahrhunderte hinaus unbewohnbar. Viele von uns, so auch ich selbst, haben damals leidlich miterlebt, welche Beeinträchtigungen ein solcher Super-Gau sogar noch tausende Kilometer entfernt haben kann.

Bis zu diesem Zeitpunkt kannte die Menschheit keine solche Katastrophe wie die von Tschernobyl und wie wir alle wissen hat sich eine solche Katastrophe in diesen Jahr in Fukushima wiederholt. Auch hier kam es durch das Erdbeben und dem Tsunami zu einem Stromausfall, der letzendes diese Katastrophe ausgelöst hat, deren tatsächliches Ausmaß noch lange nicht bekannt ist.

Tschernobyl und Fukushima haben uns gezeigt, dass die Atomkraft nicht beherrschbar ist. Wie oft muss den Verantwortlichen in diesem Land dies noch vor Augen geführt und bewiesen werden? Wir sind es uns und insbesondere unseren nachkommenden Generationen schuldig, endlich mit diesem Wahnsinn Schluss zu machen! Im Hinblick auf die Opfer von Tschernobyl und Fukushima sind wir zum Atomausstieg verpflichtet, denn der Tod aller Opfer mahnt uns alle zum Umdenken. Ein solches Szenario könnte sich an jedem anderen AKW-Standort wiederholen.

Und wenn dann in diesen Tagen von den 4 grossen Energieproduzenten massiv eine Strompreisdebatte geschürt wird, so halte ich dies für unredlich, unseriös, verlogen und letzlich für Panikmache. Diese hysterische Debatte muss dringend mit konkreten Zahlen versachlicht werden. Es gibt derzeit keine ernsthafte Studie über derartige Preissprünge, wie sie von Kernkraftbefürwortern an die Wand gemalt werden.

Und die Bundesregierung schlägt in die gleiche Kerbe. Die Botschaft der Bundesregierung lautet:
Die Energiewende wird teuer!
Da schwingt ein unvorteilhafter Unterton mit, der den Bürgern sagt: „Das habt ihr jetzt davon. Die schöne Kernenergie wollt ihr ja nicht mehr. Also müsst ihr auch für den Ausstieg bezahlen.“ Womöglich mit Arbeitsplätzen und mit höheren Strompreisen?

Doch die Angstmache der schwarz-gelben Koalition vor steigenden Energiekosten ist lediglich ein politisches Mittel. Mag sein, dass ein schneller Ausstieg aus der Atomkraft nicht kostenlos zu haben ist, aber es ist unredlich ihn mittels einer gebetsmühlenartigen und einseitigen Warnung vor stärkeren Belastungen gleich wieder zu diskreditieren. Im Übrigen ist es sehr wahrscheinlich, dass die Energiewende bei richtiger politischer Verfahrensweise und umsichtigem politischem Handeln kaum Mehrkosten verursachen dürfte. 
Wo fließt denn das zusätzliche Geld hin? Doch auch in neue Aufträge für Unternehmen regenerativer Energien, höchst wahrscheinlich sogar in neue Arbeitsplätze. Und auch für den Rückbau und die Demontage stillgelegter AKW’s werden viele Arbeitskräfte benötigt.
Den Druck auf die Regierung nun umzukehren haben nicht die bösen Bürger verursacht, den hat sich die Regierung selbst mit ihrer Entscheidung zur Laufzeitverlängerung gemacht, die sich nun als grotesk und scheinheilig erwiesen hat.
Hätte die Regierung im ersten Jahr ihrer jammervollen Existenz so viel Schweiß darauf verwendet, wirklich den schnellsten Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien zu finden, wie sie brauchte um den Bundesrat mit der Laufzeitverlängerung zu umgehen, so stünde die schwarz-gelbe Koalition auch jetzt nach Fukushima besser da.
Die dauernde Warnung vor steigenden Kosten ist lediglich der Versuch einer Rechtfertigung dafür, dass man den Ausstieg nicht schon vor einem Jahr weiter forciert hat - ein Ablenkungsmanöver, das schon wieder so unseriös daherkommt wie die ganze bisherige schwarz-gelbe Politik. 

Bericht über die Bauauschußsitzung am 24.03.2011

Tagesordnungspunkte:

1. Errichtung eines Erweiterungsbaus an der Begegnungsstätte Waldenrath
2. Neufassung der Friedhofssatzung
3. Neufassung der Friedhofsgebührensatzung

Zu 1: Nach kurzer Aussprache empfahl der Bauausschuß einstimmig dem Rat der Stadt den Erweiterungsbau zu beschliessen.
Zu 2: Nach kurzer Debatte empfahl der Bauausschuß einstimmig dem Rat der Stadt die Neufassung der Friedhofssatzung zu beschliessen.
Zu 3: Nach kurzer Erläuterung empfahl der Bauausschuß einstimmig dem Rat der Stadt die Neufassung der Friedhofsgebührensatzung zu beschliessen.

Atomkraft ist nicht beherrschbar

Die Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 hat es uns gezeigt – und in diesen Tagen bekommen wir es durch die Katastrophe in Japan (Fukushima) wieder einmal deutlich vor Augen geführt, dass ein GAU (ein grösster anzunehmender Unfall) in einem Atomkraftwerk nicht beherrschbar ist!

Immer wieder kommt es weltweit – so auch in Europa und Deutschland - in Atomkraftwerken zu Zwischenfällen, bei denen zum Teil nur in letzter Sekunde ein GAU verhindert werden konnte. So auch z.B. geschehen am 10.04.2003 im AKW Paks in Ungarn. Meist dringen solche Unfälle nicht an die Öffentlichkeit oder werden bewusst heruntergespielt oder sogar verschwiegen, um die Atomdebatte nicht weiter anzuheizen. Es soll uns allen Sicherheit suggeriert werden. Wie aber diese Zwischenfälle in der Vergangenheit beweisen, müssen wir ohne Wenn und Aber erkennen, dass es bei Atomkraftwerken nicht die Sicherheit gibt, die wir brauchen! Sicher ist nur eines: Keiner der 443 Reaktorblöcke weltweit (davon 196 Reaktorblöcke in Europa, 17 AKW’s in Deutschland) könnte dem gezielten Angriff eines vollbetankten Passagierflugzeugs widerstehen. Ganz zu schweigen von den Leichtbau-Zwischenlagerhallen in Gorleben, Ahaus und anderswo, die gegen Flugzeugabstürze so gut geschützt sind wie eine Kartoffelscheune.

Es muss aber nicht ein Flugzeugabsturz oder gezielter Angriff sein, menschliches Versagen oder Versagen der Technik sind möglicherweise noch viel höhere Risikofaktoren! Solche Gefahren kann man nicht als vernachlässigbares Risiko einfach beiseite schieben.
Hinzu kommt dann noch die Tatsache, dass es ein halbes Jahrhundert nach dem Start der nuklearen Stromerzeugung auf der ganzen Welt kein einziges genehmigtes und betriebsbereites Endlager für hoch radioaktive Abfälle gibt und es ist absehbar, dass auch kaum eines gefunden wird. Man könnte das mit einem Flugzeug vergleichen, das bereits losgeflogen ist, obwohl noch nicht klar ist, ob man überhaupt eine geeignete Landebahn findet.

Man hat seit Jahrzehnten eine Technik im Einsatz, mit deren Abfällen man nicht weiss wohin! Wie kann man unter solchen Voraussetzungen überhaupt eine solche Technik betreiben? Und mit jedem Jahr des Betreibens fallen immer mehr radioaktive Abfälle an, die wir einfach unter der Erde „verscharren“ und die wir damit als Problem unseren nachfolgenden Generationen überlassen und zumuten! Plutonium (Isotop Pu-239) zum Beispiel ist nach 24.110 Jahren noch halb so radioaktiv wie jetzt. Nach der doppelten Zeit (also 48.220 Jahren) hat das Material noch ein Viertel seiner Radioaktivität – und ist damit immer noch tödlich. Zum Vergleich: Vor 30.000 Jahren lebten noch die NeandertalerInnen, vor 5.000 Jahren wurden die Pyramiden gebaut. Keiner weiß, was in 30.000 Jahren sein wird. Nur eins ist sicher: Unser Atommüll von heute wird immer noch strahlen.

Jedes AKW und jedes atomare Zwischenlager kann man als Zeitbombe betrachten. Es ist das Wesen von Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen, dass ein schwerer Unfall heute geschehen kann oder erst in hundert Jahren. Aber mit zunehmendem Alter eines AKW’s wächst das Risiko und je länger ein AKW läuft und atomaren Müll produziert, je höher ist die Gefahr!

Es ist keine Technikfeindlichkeit, sondern reine Vernunft, den Einsatz einer Technologie abzulehnen, die bei einem Unfall unvorstellbaren Schaden anrichten kann und bei der ungeklärt ist, wie der jahrtausendelang strahlende Müll entsorgt werden kann. Wir sind auf eine solche Technologie nicht angewiesen!
Konservative und Liberale haben die Atomindustrie bisher mit massiven Subventionen und Steuervorteilen gefördert. Folgekosten für die Zwischenlagerung, für die Aufbereitung des atomaren Mülls und für die Castortransporte quer durch Europa werden vom Staat getragen und damit von uns allen als Steuerzahler. Nur auf diese Weise konnte Atomstrom bisher günstig angeboten werden. Internationale Studien zeigen zudem, dass die Atomenergie weltweit mehr als das Hundertfache an Forschungsgeldern bekommen hat wie Erneuerbare Energien und Effizienzforschung zusammen. Ohne all diese Privilegien würde sich kein einziges AKW lohnen.

Hinzu kommt noch eines: Es gibt keine Versicherung auf dieser Welt, welche die Gefahr eines GAU’s versichert. Im Falle eines GAU’s in einem deutschen AKW wäre der AKW-Betreiber also nicht in der Lage für den entstehenden Schaden zu haften. Wenn wir dies also wirklich unbeschadet überleben würden, wovon nicht auszugehen ist, dann müsste der Staat und damit wir als Steuerzahler auch dafür noch einstehen.

Deshalb kann die Devise nur lauten: Abschalten, so schnell wie irgend möglich! Sofern wir für wenige Jahre noch eine Brückentechnologie brauchen, bis wir den benötigten Energiebedarf vollständig aus regenerativen Quellen decken können, so muss eine solche Brückentechnologie gewählt werden, die die Allgemeinheit am wenigstens gefährdet und beeinträchtigt!
Im Übrigen kann jeder selbst seinen eigenen Beitrag leisten und die Atomenergie ächten, indem man zu einem Stromanbieter wechselt, der ausschliesslich Ökostrom anbietet. Dieser muss noch nicht einmal teurer sein! Ausserdem kann jeder auch mal bei sich ansetzen und überlegen, wo sich im eigenen Haushalt noch Energie einsparen lässt.

Es geht schon lange nicht mehr um uns, die wir heute leben, es geht insbesondere um die nachfolgenden Generationen! Es geht auch nicht nur um uns Menschen allein, es geht um unsere eine Welt, es geht um unsere Umwelt. Es geht schlicht und einfach um unser aller Existenz auf diesem Planeten!
Der Mensch ist nur eine Lebensform von vielen, die es jedoch in ihrer relativ kurzen bisherigen Existenz fertig gebracht hat, eine ganze Welt in die Katastrophe zu reißen. Ich kann nur sagen: Wehe vor dem Tag, da die Natur sich entscheidet mit uns zu spielen und dies tut sie bereits … siehe Phuket, siehe Haiti, siehe Japan.
Vielleicht muß die Menschheit erst in den Abgrund der eigenen Auslöschung blicken, bevor sie endlich Vernunft annimmt.
Wir können nicht so weitermachen wie bisher. Wir müssen Verantwortung übernehmen, denn wir haben uns die Erde nur von unseren Kindern und Enkeln geliehen.

|