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- 27.2.2012: News zur Dichtheitsprüfung für private Abwasserleitungen
- 21.2.2012: Dichtheitsprüfung privater Abwasserleitungen
- 24.1.2012: Anfrage zur Katzenkastration bei der Stadt Heinsberg
- 6.1.2012: CDU beschliesst einsam die Schulpolitik in Heinsberg
- 15.12.2011: Schulpolitik in Heinsberg
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- 27.4.2011: Die Katastrophe von Tschernobyl - Atomausstieg so schnell wie möglich!
Archiv der Kategorie Kommunalpolitik
News zur Dichtheitsprüfung für private Abwasserleitungen
27.2.2012 von Willi Mispelbaum.
Artikel in der Heinsberger Zeitung vom Samstag, 25.02.2012:
Gutachter haben Bedenken beim „Kanal-TÜV“
Düsseldorf. Der von Rot-Grün geplante „Kanal-TÜV“ in NRW stößt auf erhebliche rechtliche Bedenken. Der Gutachterdienst des Landtags hält es mit „großer Wahrscheinlichkeit“ für nichtig, dass Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) privaten Hausbesitzern per Landesgesetz eine Dichtheitsprüfung der Abwasserkanäle durch Firmen vorschreiben will.
Die Linke hatte das Gutachten in Auftrag gegeben. „Jetzt ist klar: Man darf Privaten nicht vorschreiben, wie sie ihren Abwasserkanal prüfen“, freute sich der Abgeordnete Rüdiger Sagel. Laut Gutachten müssten Prüfungen und Sanierungen auch in Wasserschutzgebieten nur bei „Vorliegen von Anhaltspunkten“ auf Schäden der Kanäle durchgeführt werden.
Minister Remmel hatte nach massiven Protesten der Hausbesitzer bereits teilweise eingelenkt und signalisiert, dass er den „Kanal-TÜV“ bei Ein- und Zweifamilienhäusern nur bei „erkennbaren Gefahrenlagen“ im Verdachtsfall einfordern will.(wg)
Mein Kommentar:
Sollte es so kommen, dass eine Dichtigkeitsprüfung nur bei “erkennbaren Gefahren” im Verdachtsfall durchgeführt werden muss, so sind die Bürger der Stadt Heinsberg benachteiligt, die durch die städtische Satzung die Pflicht auferlegt bekommen hatten, diese Prüfung schon in 2011 oder 2012 durchführen zu lassen, obwohl die gesetzliche Verpflichtung erst bis 2015 zu erfüllen gewesen wäre. Diese Kosten sind diesen Bürgern bereits entstanden. Um so mehr wäre ein Aussetzung dieser Satzung bis zur endgültigen Klärung mehr den je erforderlich, so, wie es die Grünen in der Ratssitzung am 15.02.2012 mit Antrag gefordert hatten.
Es reicht nicht, wenn der Bürgermeister derzeit keine Kontrollen durchführt, denn die Verpflichtung der Bürger besteht solange, bis die Satzung ausgesetzt oder aufgehoben wird.
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Dichtheitsprüfung privater Abwasserleitungen
21.2.2012 von Willi Mispelbaum.
Artikel in der Heinsberger Zeitung vom Samstag, 18.02.2012:
Unter … Kurz notiert
Dichtheitsprüfung: Dieder kontrolliert nicht
Heinsberg. Wäre es nun zu kompliziert gewesen, von Vorteil oder Nachteil für einige Bürger oder einfach nicht nötig ? Diese Frage ließ sich in der Ratssitzung nicht zweifelsfrei klären. Der Antrag der Grünen auf Aussetzung der städtischen Satzung zur Abänderung der Fristen bei der Dichtheitsprüfung von privaten Abwasserleitungen fand jedenfalls keine Mehrheit. Bis zu einer endgültigen Entscheidung auf Landesebene sollten die gesetzten Fristen für die Heinsberger auf Eis gelegt werden, wünschte sich Birgit Ummelmann. Bürgermeister Wolfgang Dieder machte jedoch einen anderen Vorschlag. Die Satzung solle nicht angetastet werden und er versprach im Gegenzug, von keinem Bürger den Nachweis zu verlangen, ob die Dichtheitsprüfung auch wirklich durchgeführt worden sei. Damit bewege er sich durchaus rechtskonform. Obwohl sich nach einer längeren Diskussion auch die SPD auf die Seite der Grünen schlug, nahm die Ratsmehrheit den Vorschlag an. (her)
Mein Kommentar zur Vorgehensweise in Heinsberg:
Was nutzt es dem einzelnen Bürger, wenn der Bürgermeister (BM) Wolfgang Dieder zunächst keinen Nachweis für die durchgeführte Dichtheitsprüfung verlangen wird, bis eine endgültige Entscheidung auf Landesebene vorliegt? Eigentlich wenig, denn die Verpflichtung zur Durchführung der Prüfung innerhalb einer bestimmten in der Satzung festgelegten Frist bleibt damit weiter bestehen, da die Satzung weder geändert noch ausgesetzt wird.
Ein eigenmächtiges Verschieben der Dichtheitsprüfung durch den Bürger und ein Abwarten bis zu einer endgültige Landesentscheidung könnte später teuer zu stehen kommen, wenn der BM nach Vorliegen einer positiven Landesentscheidung dann doch prüft und feststellt, dass die auferlegte Frist zur Durchführung der Prüfung nicht eingehalten wurde. Oder drückt der BM auch in diesem Fall ein Auge zu bzw. darf er das dann überhaupt noch oder wird er weiter keinen Nachweis verlangen?
Der Bürger verhält sich also bei Aufschieben der Prüfung und gleichzeitigem Überschreiten der ihm zugebilligten Satzungsfrist nicht rechtskonform. Genau dieser Rechtsverstoß sollte mit dem Antrag der Grünen auf Aussetzung der Satzung in der Ratssitzung am 15.01.2012 vermieden werden. Leider wurde dies mal wieder durch die CDU-Ratsmehrheit blockiert, die dem Vorschlag des Bürgermeisters folgte.
Und weiter …
Rat und Verwaltung können im Übrigen momentan auch nicht davon ausgehen, dass die Gesetzeslage in der derzeitigen Fassung bestehen bleibt und alle Grundstückseigentümer in den nächsten Jahren ihre Abwasserkanäle auf Dichtigkeit zu überprüfen haben. Im Landtag wird derzeit intensiv über die von CDU und FDP in der letzten Legislaturperiode verabschiedete Novelle des Landesabwassergesetzes diskutiert. Danach soll die generelle Pflicht zur Überprüfung der Dichtigkeit der Wasserleitungen möglicherweise sogar entfallen.
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Anfrage zur Katzenkastration bei der Stadt Heinsberg
24.1.2012 von Willi Mispelbaum.
Folgende Anfrage zur Katzenkastration wurde durch unsere Fraktion an die Stadt Heinsberg am 29.12.2011 gerichtet:
Anfrage der Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN zur Einführung einer Katzenkastrationspflicht
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie oben genannte Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Ratsitzung zu setzen:
Viele Städte und Gemeinden in Deutschland haben erkannt, dass das Problem der unkontrollierten Vermehrung freilaufender Katzen nicht weiter ignoriert werden kann, da sich das Problem von Woche zu Woche, von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr vergrößert. Aus diesem Grund haben viele Kommunen in den letzten Jahren erfolgreich eine Katzenkastrations- und Kennzeichnungspflicht eingeführt. Auch in unserer Region ist die Stadt Jülich kürzlich diesem Beispiel gefolgt. Es ist davon auszugehen, dass diese Kommunen bereits die Rechtmäßigkeit einer solchen Maßnahme geprüft haben und somit die Einführung einer Kastrationspflicht für Katzen rechtlich nicht zu beanstanden ist. Zu demselben Schluss kommt der Fachanwalt für Verwaltungsrecht Dr. Jürgen Küttner aus Düsseldorf in seinem Rechtsgutachten vom 30.01.2009.
Der Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg hat sich schon vor geraumer Zeit mit einem Apell zur „Einführung einer Kastrationspflicht für freilaufende Katzen und Kater“ an die Kommunen des Kreises gewandt.
Fragenkatalog:
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Wann und wie oft wurde die Stadt durch den Tierschutzverein über die desolate Situation im Tierheim und das Problem der sich schnell und unkontrolliert vermehrenden Katzen informiert?
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Was hat die Stadt seitdem unternommen, das Problem in den Griff zu bekommen?
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Welche Hilfe wurde dem Tierheim bisher von Seite der Stadt angeboten, die seit geraumer Zeit angespannte Situation im Tierheim zu entschärfen?
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Hat die Stadt eigene Recherchen und Prüfungen durchgeführt, um das Ausmaß des Katzenproblems im Stadtgebiet zu erfassen?
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Denkt die Stadt Heinsberg im Zuge der Beseitigung des Katzenproblems auch über eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen nach? Wenn nein: Warum nicht und wie stellt sich die Stadt alternativ vor mit dem Katzenproblem in Zukunft umzugehen und das Tierheim in dieser Hinsicht zu unterstützen und zu entlasten?
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Ist die Stadt Heinsberg bereit sich finanziell an der Kastration herrenloser (halbverwilderter) Katzen aus dem Stadtgebiet zu beteiligen und so das Tierheim finanziell zu entlasten?
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Was hat die Stadt Heinsberg bisher getan, um Katzenhalter freilaufender Katzen auf die Notwendigkeit einer Kastration hinzuweisen und an deren Verantwortungsgefühl zu appellieren?
Mit freundlichen Grüßen
………………………………………..
Birgit Ummelmann (Fraktionsvorsitzende)
Darauf wurde folgende Antwort durch die Stadt Heinsberg gegeben (siehe PDF-Anlage).
Antwort der Stadt Heinsberg zur Katzentkastration.pdf
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CDU beschliesst einsam die Schulpolitik in Heinsberg
6.1.2012 von Willi Mispelbaum.
Artikel in der Heinsberger Zeitung vom Samstag, 17.12.2011
Opposition verlässt den Heinsberger Rat
CDU-Fraktion beschließt im Alleingang die Einrichtung einer Sekundarschule am Ende einer hitzigen Debatte. Antrag auf Vertagung gescheitert.
Von Rainer Herwartz
Heinsberg. Wie die Entscheidung fallen würde, stand ja eigentlich schon im Vorfeld der Heinsberger Stadtratssitzung fest. Die CDU würde die Sekundarschule als neue, zusätzliche Schulform auf dem Weg zum Abitur durchsetzen. Was sich jedoch dann gestern Abend im Ratssaal abspielte, glich in seiner dramatischen Inszenierung Bildern, die sonst eher aus temperamentvolleren Regionen des Globus bekannt sind.
Nachdem CDU-Fraktionschef Wilfried Louis zu Beginn des Tagesordnungspunktes noch einmal die Wahl zugunsten der Sekundarschule verteidigt und deutlich gemacht hatte, dass – im Hinblick auf eine von den Oppositionsfraktionen angestrebte Elternbefragung – die Entscheidung „nicht auf andere übertragen“ werden könne, fühlte sich Ralf Herberg (SPD) gleich in die russische Duma versetzt. Die „brutale Härte“, mit der die CDU ihre Gedanken umsetze, erinnere ihn an Putin und Medwedew. Habe die CDU ehedem noch die Meinung der Eltern mit einbeziehen wollen, wie Louis in einer Ratssitzung im April habe verlauten lassen, so erlebe er jetzt einen „Salto rückwärts“.
Das ließ Louis nicht auf sich sitzen. „Sie wollen sich hier doch nur aus der Verantwortung drücken“, konterte er. Die SPD solle doch sagen, dass sie für die Ganztagsschule sei und nicht den Umweg über die Eltern gehen. Diesen Vorwurf wies Dr. Hans Josef Voßenkaul im Schulterschluss mit seinem Parteikollegen Herberg allerdings zurück.
Birgit Ummelmann, Fraktionssprecherin der Grünen, stellte die Frage: „Wollen wir den zweiten vor dem ersten Schritt machen?“ Sie könne beim besten Willen nicht erkennen, wieso offenbar eine solche Eile für den Beschluss geboten sei, da es doch um die Einrichtung einer neuen Schule erst zum übernächsten Schuljahr gehe. „Ich weiß nicht, wie die Eltern darüber denken, wie die Schulleiter darüber denken, das sollte abgefragt werden.“
Unterstützung erhielt sie in dieser Position durch Rolf F. Jaeger-Breuer von der FDP. „Wir haben viel gehört, was man meint und was man glaubt, aber nicht, was man weiß“, monierte er. Er sei „lange Zeit guter Hoffnung gewesen“, dass gemeinsam und fraktionsübergreifend nach einer Lösung gesucht werde. „Wenn ich die Möglichkeit habe, etwas zu messen oder zu schätzen, dann entscheide ich mich für das messen. Wir möchten gerne wissen.“
Die Befragung der Eltern wurde zum Dreh- und Angelpunkt der Auseinandersetzung. Da half auch nicht, dass Bürgermeister Wolfgang Dieder die Komplexität und Differenziertheit einer eventuellen Befragung zu erläutern suchte. Einer Befragung, die zudem ein Ergebnis zu Tage führen könne, das nicht zielführend sei. Die Verantwortung liege eindeutig beim Rat, meinte er.
Als schließlich die Opposition einen Antrag auf Vertagung stellte, wurde die Sitzung für 15 Minuten unterbrochen. Was nun folgen sollte, war geradezu filmreif. Wieder am Platz, lehnte die CDU geschlossen mit 27 zu 15 Stimmen die Vertagung ab.
Bei der anschließenden Entscheidung über die Einrichtung der Sekundarschule sahen sich die Christdemokraten dann unversehens völlig allein im Ratssaal. Die Opposition hatte diesen nämlich kurzerhand verlassen und sich in den Zuschauerbereich begeben. Geholfen hat es nicht. Die CDU votierte nun ohne Gegenstimme für die Sekundarschule, die nun Realität wird.
Leserbrief zum vorstehenden Artikel in der Heinsberger Zeitung vom Donnerstag, 29.12.2011
„Kompromisslos, ignorant“
Willi Mispelbaum aus Heinsberg schreibt zum Artikel „Opposition verlässt den Rat“ vom 17. Dezember:
Die Würfel sind gefallen. In der Frage der neuen Schulform hat die CDU wieder einmal mehr ihren alleinigen „Regierungsanspruch“ in Heinsberg deutlich gemacht. Statt diese wichtige Entscheidung mit den anderen im Rat vertretenen Fraktionen gemeinsam zu treffen, haben die Christdemokraten die Einrichtung einer Sekundarschule quasi „per Order di Mufti“, beschlossen. Eine Vertagung der Entscheidung, wie von der Opposition vorgeschlagen, wäre ein Kompromiss gewesen und man hätte fraktionsübergreifend die beste Schulform erarbeiten können. Doch eine Vertagung wurde von der CDU ebenso abgelehnt wie eine Befragung der Eltern (Schüler) und Lehrer, die mit dieser Entscheidung nun die nächsten Jahrzehnte leben müssen.
Ein solch kompromissloses und ignorantes Vorgehen ist inakzeptabel und die CDU sollte sich fragen, wie lange so ein hochnäsiges Verhalten wohl noch vom Wähler akzeptiert werden wird.Ob die im Alleingang getroffene Entscheidung richtig war, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Fakt ist aber, dass diese Schulform keine eigene Oberstufe besitzt und somit das Kreisgymnasium (KGH) weiterhin die einzige Schule mit Oberstufe in Heinsberg bleibt. Fakt ist auch, dass das derzeitige „Schülerverhalten“ mit dieser Entscheidung in keinster Weise berücksichtigt wurde, weil viele Eltern schon seit Jahren ihre Kinder lieber zu einer Oberstufe in die Nachbargemeinden schicken und dies aller Voraussicht nach auch in Zukunft so bleiben wird. Daran werden vermutlich auch keine Kooperationsverträge der Sekundarschule mit dem KGH etwas ändern. Der Schultourismus im Kreis wird also weitergehen, dank der Heinsberger CDU! Es bleibt zu hoffen, dass die Eltern (und Oberstufenschüler) sich spätestens bei der nächsten Kommunalwahl daran zurück erinnern und Lehren daraus ziehen.
Leserbrief zur Schulpolitik in der Heinsberger Zeitung vom Freitag, 30.12.2011
Diese Chance ist vertan
Thorsten Brodermanns aus Heinsberg meldet sich zum Thema Ratsentscheidung zu den Schulformen in Heinsberg zu Wort:
Sehr geehrter Herr Louis, ich möchte Ihnen hiermit mitteilen, wie enttäuscht ich von der Politik in Heinsberg bin. Seit Jahren wünschen sich viele Eltern eine Gesamtschule in Heinsberg. Leider haben Sie und Ihre Partei diese Chance vertan. Die meisten unserer gewählten Ratspolitiker haben keine Kinder, die in dem Alter sind, in dem in den nächsten Jahren ein Schulwechsel ansteht. Es würde eine Entscheidung getroffen, die einer Diktatur würdig ist. Wir sind die „gewählte Partei“, wir Entscheiden. Was sprach gegen eine Elternbefragung? Die Kommunalpolitik in Heinsberg lernt es wohl nicht, dass der Bürger mitsprechen möchte bei wichtigen Entscheidungen. Leider werde ich mich für meine Tochter in zwei Jahren auch für eine Schule außerhalb der Kreisstadt entscheiden müssen, da es keine Schulform gibt, die zu meinem Kind passt. Dies ist sehr schade. Ich hoffe dass bei der nächsten Wahl noch alle Wissen, wie Kinderfreundlich der Heinsberger Rat ist.
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Schulpolitik in Heinsberg
15.12.2011 von Willi Mispelbaum.
Artikel in der Heinsberger Zeitung vom 07.12.2011
CDU wird Sekundarschule beschließen Einrichtung einer Gesamtschule in Heinsberg Absage erteilt. Von SPD, Grünen, FDP und Schulleitern angeregte Elternbefragung soll es nicht geben.
Für Wilfried Louis und seine CDU-Fraktion im Rat der Stadt Heinsberg überwiegen die Argumente für die Einrichtung einer Sekundarschule. Foto: Fischer
Von Rainer Herwartz
Heinsberg. Die Würfel sind gefallen. Zwar noch nicht offiziell, denn dazu bedarf es ja einer Entscheidung des Heinsberger Rates. Aber wenn dieser zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr am Freitag, 16. Dezember, zusammentritt, steht die Sekundarschule als neu einzurichtende, alternative Bildungseinrichtung bis hin zum Abitur schon fest. Die CDU wird sie mit ihrer absoluten Stimmenmehrheit auf den Weg bringen. Was sich in der Sitzungsvorlage noch als „Vorschlag“ liest, soll im Schulzentrum Oberbruch Realität werden. Anders als bei der ursprünglich beschlossenen, aber durch die politischen Rahmenbedingungen verworfenen Gemeinschaftsschule, ist in diesem Fall mit einer einstimmigen Entscheidung der Mandatsträger im Rat nicht zu rechnen. Wir sprachen darüber mit dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Wilfried Louis.
Dr. Ernst Rösner, Schulexperte der TU Dortmund, ist geradezu erschrocken darüber – so ließ er auf einer SPD-Veranstaltung jüngst verlauten, dass die Hauptschulen in Heinsberg mit 25,5 Prozent der Viertklässler gegen den landesweiten Trend von 12,3 Prozent zu stark frequentiert würden. Schockiert Sie diese Zahl auch?
Louis: Auch die Anmeldungen an den Realschulen liegen weit über dem Landesdurchschnitt. Dies zeigt, dass die Schulen des dreigliedrigen Systems in Heinsberg gute Arbeit geleistet haben und diese Schulen nachgefragt werden. Andererseits dürfen wir aber aufgrund der demografischen Entwicklung und dem veränderten Schulwahlverhalten der Eltern nicht verkennen, dass die Schülerzahlen auch an diesen Schulen rückläufig sind und es deshalb notwendig ist, das Schulangebot durch eine neue Schulform zu erweitern.
Sie waren selbst viele Jahre lang als Lehrer tätig. Wie realistisch ist die Aussage, dass etwa zwei Drittel der Kinder eine höhere Bildungsanstalt packen würden als diejenige, die durch die Grundschulen für sie empfohlen werden?
Louis: Die Aussage von Dr. Rösner kann ich so nicht bestätigen. Nach meiner Erfahrung wurden die Empfehlungen der Grundschulen gewissenhaft erstellt. Durch ihre positive Entwicklung während der Realschulzeit erreichten viele aber zur Fachoberschulreife auch die Qualifikation zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe. Das zeigt, dass mehrere Wege infolge der Durchlässigkeit des gegliederten Schulsystems erfolgreich zu höheren Bildungsabschlüssen führen.
Die Gemeinschaftsschule, die in Heinsberg einstimmig als zusätzliche Schule mit eigener Oberstufe beschlossen wurde, ist aufgrund einer schulpolitischen Einigung auf Landesebene ja bekanntlich vom Tisch. Bedauern Sie das?
Louis: Ja, ich bedauere das, zumal wir von dieser Schulform überzeugt waren.
Alternativ stünden theoretisch die Einrichtung einer Sekundarschule oder einer Gesamtschule zur Debatte. Letzterer wurde schon bei der ersten Entscheidung eine Absage erteilt. Es hat sich nichts geändert?
Louis: Wir möchten ein möglichst vielfältiges Schulangebot in Heinsberg erhalten. Aus diesem Grund hat sich an der Absage nichts geändert, zumal selbst die SPD in ihrem Wahlprogramm zur letzten Landtagswahl nicht ohne Grund auf die Gemeinschaftsschule als Schule der Zukunft setzte.
Als Partei mit absoluter Mehrheit im Heinsberger Rat sind Sie in der Lage, die von Ihnen favorisierte Schulform einfach zu beschließen. Was halten Sie in diesem Zusammenhang von der Elternbefragung, zu der Dr. Rösner, die übrigen Ratsfraktionen und in einem Schreiben an den Bürgermeister auch viele Schulleiter raten?
Louis: Die CDU hat es sich gerade bei der Heinsberger Schulpolitik nie leicht gemacht, sondern trotz ihrer absoluten Mehrheit den Konsens mit den anderen Fraktionen gesucht. Bei der Entscheidung für die Gemeinschaftsschule war uns dies auch gelungen. Auch jetzt haben wir im Vorfeld entgegen anderslautenden Berichten diesen Versuch unternommen. Grundsätzlich wäre eine Elternbefragung zur Meinungsbildung möglich, die aber nicht entscheidungsbindend wäre. Beim einstimmigen Beschluss zur Errichtung der Gemeinschaftsschule hat niemand im Rat – und auch nicht Dr. Rösner – eine vorangehende systematische Elternbefragung gefordert. Und niemand hat die alleinige Entscheidungskompetenz des Rates infrage gestellt. Da die Errichtung einer Sekundarschule für uns die logische Fortsetzung des Beschlusses über die Gemeinschaftsschule ist, ist auch eine Änderung des Verfahrens jetzt nicht notwendig. Außerdem geht es nicht nur um die Errichtung einer neuen Schulform, sondern um das gesamte Schulangebot in der Stadt Heinsberg – einschließlich aller damit verbundenen Auswirkungen für die Zukunft. Der Rat trägt die Verantwortung für die Entwicklung des Schulwesens in der Stadt und darf sich dieser Verpflichtung nicht entziehen. Deshalb darf und kann er eine Entscheidung darüber nicht an andere abtreten.
Was spricht aus Ihrer Sicht für die Sekundarschule?
Louis: Für eine Sekundarschule sprechen viele Fakten. Beispielhaft, aber nicht abschließend sei erwähnt, dass die Sekundarschule im Grunde eine Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe ist. Anstelle der Oberstufe tritt die Kooperation mit der Oberstufe eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder eines Berufskollegs. Die vorgeschriebene Größe ermöglicht es, die Schulstandorte zu erhalten. Sie ermöglicht unterschiedliche Organisationsformen ab Klasse 7. Das längere gemeinsame Lernen und die Kooperation mit mehreren Partnern kommen den Eltern entgegen, die den Bildungsgang ihrer Kinder länger offen halten wollen. Alle Abschlüsse der Sekundarstufe I können erreicht werden. Sie bietet ihren Schülern die Chance zu höheren Bildungsabschlüssen. Sie bereitet sowohl auf die berufliche Ausbildung als auch auf die Hochschulreife vor. Sie ist eine Ganztagsschule. Der Übergang in die Klasse 5 der Sekundarschule erfolgt ohne Auswahlverfahren.
Da sie ja keine eigene Oberstufe besitzt, ist die Kooperation mit einer Schule notwendig, die eine solche anbietet. Sie denken dabei an das Kreisgymnasium. Warum?
Louis: Für eine Heinsberger Sekundarschule bietet sich das Kreisgymnasium als Kooperationspartner an, weil eine solche Kooperation dort die Oberstufe stärkt. Das Wahlangebot wird größer und differenzierter, was ein wesentlicher Vorteil für alle Schüler sein dürfte. Außerdem könnten die Ressourcen des Gymnasiums genutzt werden. Ein weiterer Kooperationspartner kann ein Berufskolleg sein. Den Schülern steht es natürlich frei, neben den Kooperationspartnern auch die Oberstufe anderer Schulen zu besuchen.
Manche Eltern befürchten auch Nachteile für die bestehende Realschule im Klevchen. Können Sie diese Sorgen entkräften?
Louis: Die neu zu errichtende Sekundarschule soll, wie bereits gesagt, eine Ergänzung zu bestehenden Schulformen sein und kein Konkurrenzangebot. Wir möchten ein vielfältiges Angebot in der Stadt. Dazu gehört unbedingt auch die landesweit anerkannte Unesco-Projektschule. Sinnvoll wäre daher zu ihrer Stärkung die Einbindung der Realschule Im Klevchen in den Kooperationsvertrag.
Leserbrief in der Heinsberger Zeitung vom 10.12.2011 zum vorstehenden Artikel
„Die Christdemokraten fördern den Schultourismus weiter“
Willi Mispelbaum aus Heinsberg schreibt in Bezug auf das am 7. Dezember veröffentlichte Interview mit dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion in Heinsberg, Wilfried Louis, zur Einführung einer Sekundarschule:
Durch eine schulpolitische Einigung auf Landesebene ist die in Heinsberg bereits einstimmig beschlossene Gemeinschaftsschule mit eigener Oberstufe nun nicht mehr möglich. Nun wundert es mich, wenn Herr Louis erklärt, dass er die Einrichtung einer Sekundarschule als logische Fortsetzung des Beschlusses über die Gemeinschaftsschule sieht, wo doch der Sekundarschule eine eigene Oberstufe fehlt und diese deshalb auf die Kooperation mit einer „Oberstufenschule“ angewiesen ist. Eine Gesamtschule hat eine eigene Oberstufe und wäre daher meines Erachtens eher eine logische Alternative! Selbst in einem Schulentwicklungsgutachten des Kreises wird erwähnt, dass im Westen zusätzliche Abiturplätze fehlen. Durch die gegebene Situation liegen geänderte Voraussetzungen vor, und deshalb halte ich eine Elternbefragung in einer solch wichtigen Angelegenheit auf jeden Fall für angebracht und legitim, ja sogar für unerlässlich! Auch wenn diese nicht entscheidungsbindend wäre, so würde aber wenigstens die Meinung der Eltern eingeholt, die damit auch bei der Ratsentscheidung Berücksichtigung finden könnte.
Genau das scheint aber die CDU aus irgendwelchen Gründen nicht zu wollen. Statt basisdemokratisch die Meinung der Eltern abzufragen werden die Christdemokraten nun mit ihrer Stimmenmehrheit im Rat einfach den Elternwillen ignorieren und allein entscheiden, welche Schulform unsere Kinder künftig präsentiert bekommen.
Mit dieser Entscheidung wird das Kreisgymnasium langfristig die einzige Schule mit Oberstufe in Heinsberg bleiben. Ob dies für viele Eltern akzeptabel ist, wage ich zu bezweifeln, denn schon jetzt schicken viele Eltern ihre Kinder zu einer Oberstufe in die Nachbarkommunen Wassenberg, Geilenkirchen und selbst bis nach Erkelenz, auch wenn sie dafür tiefer in die Tasche greifen müssen. Warum dies so ist, wird nicht hinterfragt und scheint die CDU-Mehrheit im Rat auch nicht zu interessieren. So werden die Christdemokraten in Heinsberg mit dieser Entscheidung den Schultourismus weiter fördern und den Oberstufenschülern auch in Zukunft lange Anfahrtswege zumuten.
Herr Louis äußerte im Artikel: „Der Rat trägt die Verantwortung für die Entwicklung des Schulwesens in der Stadt und darf sich dieser Verpflichtung nicht entziehen.“ Stimmt. Das schließt aber nicht aus, die Eltern zu befragen und den Elternwillen bei der Entscheidungsfindung mit zu berücksichtigen, denn diese Eltern und deren Kinder müssen mit dieser vermutlich einsamen Entscheidung der CDU in Zukunft leben.
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